Brasilien: Kaffeesupermacht
Brasilien produziert rund ein Drittel des gesamten Weltkaffees. Kein anderes Land kommt auch nur annähernd an diese Menge heran. Doch Brasilien ist nicht nur Masse — in den letzten Jahren hat sich das Land auch als ernstzunehmender Specialty-Coffee-Produzent etabliert.
Warum Brasilien so viel Kaffee produziert
- Riesige Fläche: Anbaugebiete von der Größe mancher europäischer Länder
- Flaches Terrain: Ermöglicht maschinelle Ernte (einzigartig in der Kaffeewelt)
- Günstige Produktion: Mechanisierung senkt die Kosten drastisch
- Vielfältige Klimazonen: Von tropisch bis subtropisch
Wichtige Regionen
Minas Gerais
Der größte Bundesstaat für Kaffee — insbesondere die Subregionen Sul de Minas, Cerrado Mineiro und Chapada de Minas. Cerrado Mineiro war die erste brasilianische Herkunft mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung.
São Paulo (Mogiana)
Historisches Kaffeezentrum mit vulkanischen Böden. Klassisch brasilianische Profile.
Bahia / Chapada Diamantina
Höhere Lagen, neueres Anbaugebiet mit überraschend komplexen Kaffees. Zunehmend im Specialty-Segment vertreten.
Typisches Geschmacksprofil
Brasilianischer Kaffee ist weltweit für sein schokoladiges, nussiges, mild-süßes Profil bekannt. Die Säure ist gering, der Körper voll und cremig. Das macht brasilianischen Kaffee zum idealen Espresso-Basis — die meisten Espresso-Blends weltweit enthalten brasilianische Komponenten.
Aufbereitung
Brasilien ist eines der wenigen Länder, das massiv auf Natural Processing setzt — begünstigt durch das trockene Klima in vielen Anbauregionen. Pulped Natural (ähnlich Honey) ist ebenfalls weit verbreitet. Washed-Kaffees sind in Brasilien eher selten.
Specialty aus Brasilien
Lange galt Brasilien als Land für soliden, aber unspektakulären Kaffee. Das ändert sich: Farmer in Höhenlagen experimentieren mit neuen Varietäten, Aufbereitungsmethoden und Fermentationstechniken. Cup-of-Excellence-Gewinner aus Brasilien erreichen regelmäßig Scores über 90 Punkte.
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