Natural Processing — Kaffee in seiner ursprünglichsten Form
Die Natural (oder Dry Process) Aufbereitung ist die älteste und einfachste Methode der Kaffeeaufbereitung. Die geernteten Kaffeekirschen werden als ganze Frucht in der Sonne getrocknet — ohne vorheriges Entfernen von Fruchtfleisch oder Schale.
So funktioniert Natural Processing
- Ernte: Reife Kaffeekirschen werden gepflückt (idealerweise selektiv von Hand)
- Sortierung: Unreife, beschädigte oder überreife Kirschen werden aussortiert
- Trocknung: Die ganzen Kirschen werden auf erhöhten Trocknungsbetten (African Beds) oder Betonflächen ausgebreitet
- Wenden: Regelmäßiges Wenden verhindert Schimmel und sorgt für gleichmäßige Trocknung
- Trocknungsdauer: 2–4 Wochen, bis der Feuchtigkeitsgehalt auf ca. 11 % sinkt
- Enthülsen: Die getrocknete Fruchthülle wird maschinell entfernt
Geschmacksprofil
Da die Bohne wochenlang in Kontakt mit dem Fruchtfleisch bleibt, nimmt sie dessen Zucker und Aromen auf. Natural-Kaffees sind bekannt für:
- Intensive Fruchtigkeit — Blaubeere, Erdbeere, tropische Früchte
- Ausgeprägte Süße — oft weinartig oder sirupartig
- Vollerer Körper als gewaschene Kaffees
- Geringere Säure
Vor- und Nachteile
Vorteile: Weniger Wasserverbrauch, nachhaltigerer Prozess, einzigartiges Geschmacksprofil. Nachteile: Höheres Risiko für Fehlaromen (Fermentation), stark wetterabhängig, arbeitsintensives Wenden.
Wo wird Natural Processing eingesetzt?
Traditionell in wasserarmen Regionen wie Äthiopien und Brasilien. Durch die Specialty-Coffee-Bewegung hat die Natural-Aufbereitung weltweit an Beliebtheit gewonnen — auch in Ländern, die traditionell gewaschen aufbereiten.
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